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Traditionelle Chronographen

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Classic A. Lange & Söhne 1815 Chronograph A. Lange & Söhne 1815 Chronograph, Bild: © Bexsonn

Wir haben bereits die Chronographen-Komplikation behandelt und ihren Nutzen diskutiert. Wir haben uns auch angesehen, wie kompliziert die Herstellung dieser Uhren ist. Natürlich macht die aufwendige Herstellung jeden Chronographen recht teuer aber in diesem Artikel werfen wir einen Blick auf High-End-Chronographen mit traditionellem Design die sogar noch spezieller sind.

Während Sie natürlich nach einem besonderen und seltenen Vintage-Chronographen suchen können, gibt es auch wunderbare Optionen falls Vintage nicht Ihr Geschmack ist. Es ist eigentlich nicht schwierig, unterschiedliche High-End-Chronographen zu finden. Wenn es allerdings um die Auswahl eines Zeitmessers mit klassischer Ästhetik geht, kann die Suche nach dem richtigen Modell viel Zeit beanspruchen. Aus diesem Grund stellen wir Ihnen ein paar ganz besondere Exemplare vor, die von den erlesensten Uhrenherstellern der Welt kommen.

Patek Philippe 5170

Die 5170 ist der jüngste Klassik-Chronograph in einer langen Reihe von Patek-Philippe-Chronographen. Die legendäre Marke präsentierte die Uhr auf der Basel World im Jahr 2010. Was diese Uhr von ihren Vorgängerinnen (zum Beispiel der 5070) unterscheidet, ist das Manufaktur-Chronographen-Kaliber CH29-535 PS mit Handaufzug. Das Kaliber CH 27-70 PS aus dem Vorgängermodell 5070 basierte größtenteils auf einem Lemania-Uhrwerk. Allerdings überarbeitete Patek dieses Werk komplett und schuf somit ein neues wunderschönes Chronographen-Kaliber.

Das CH 29-535 PS wurde in mehr als fünf Jahren entwickelt, brachte aber noch ein paar weitere Chronographen-Werke parallel hervor. Wie für ein klassisches Chronographen-Kaliber üblich, besitzt auch das CH 29-535 PS ein Säulenrad sowie eine horizontale Kupplungs-Architektur. Hinzu kommen einige Innovationen von Patek, die das Werk sehr effizient und präzise machen. Zu diesen Innovationen gehört eine vibrationsfreie Bewegung des Chronographen-Zeigers. Das verbessert die Effizienz und reduziert den mechanischen Verschleiß. Die aufwendige Konstruktion gewährleistet, dass der kleine Zeiger nur mit einem Bruchteil einer Sekunde springt. Außerdem verbessert diese Bauart die Genauigkeit und Ablesbarkeit.

Das CH 29-535 PS ist nicht nur präzise, sondern auch in typischer Patek-Manier wunderschön finissiert. Die klassischen Brücken sind angliert, poliert und mit Genfer Streifen dekoriert. Durch den Saphirglas-Boden können Sie diese schönen Elemente bewundern.

Patek Philippe Chronograph 5170 Uhrwerk

Patek Philippe Chronograph 5170 Uhrwerk, Bild: © Bexsonn

Das Gehäuse der 5170 misst zurückhaltende 39 mm und die geschmeidige Formensprache folgt dem traditionellen Design der Calatrava von Patek Philippe. Die Bandanstöße sind verlängert und besitzen eine leichte Krümmung, die ein komfortables Tragegefühl ermöglicht. Die Chrono-Funktion bedienen Sie mit den rechteckigen Drückern bei 2 und 4 Uhr, ein typisches Merkmal der Armband-Chronographen von Patek Philippe seit mehr als sieben Jahrzehnten.

Unter dem Saphirglas auf der Vorderseite befindet sich ein silbern-weißes Zifferblatt. Es unterscheidet sich von der 5170J-Variante insofern, dass es aufgesetzte Breguet-Ziffern statt römischer Zahlen nutzt. Außerdem verfügt es über schlanke Stabindexe. Beide Hilfszifferblätter sind vertieft in das Hauptzifferblatt eingelassen. Sie befinden sich direkt unter der horizontalen Zentralachse. Dadurch entsteht ein sehr ausbalancierter Gesamteindruck, der die Uhr sehr elegant wirken lässt und eine gute Ablesbarkeit gewährleistet.

Lange & Söhne 1815 Flyback

Als die Lange 1815 Flyback im Jahr 2004 präsentiert wurde, erntete sie ziemlich viel Aufmerksamkeit, obwohl im selben Jahr auch die Double Split von auf den Markt gebracht wurde. Auch wenn die 1815 im Gegensatz zur Datograph keine Hysterie auslöste, besitzt sie das gleiche großartige Uhrwerk. Sie vereint Chronographen-Ästhetik in Reinform mit tragbareren Gehäuse-Dimensionen und einem niedrigeren Preis.

Die jüngeren Standardmodelle der 1815 Flyback Chronograph wurden im Jahr 2010 eingeführt. Anders als die Vorgänger-Uhren besitzen sie keine zusätzlichen Skalen. Das verleiht den aktuellen Varianten ein klareres Design, nimmt ihnen aber auch etwas vom Charme der früheren Exemplare. Das Silber-Zifferblatt, die schwarzen Akzente der Ziffern und Markierungen sowie die traditionell gebläuten Zeiger geben den Uhren einen klaren, klassischen Look. Die Minuterie erinnert an Eisenbahnschienen. Sie befindet sich auf dem etwas geneigten Zifferblattrand. Das Zifferblatt verfügt über arabische Ziffern für die Stunden und zwei Hilfszifferblätter für die kleine Sekunde und die gestoppten Minuten. Auch die kleinen Hilfszifferblätter haben am Rand eine sogenannte Eisenbahn-Minuterie als Skalen. Diese Gestaltung unterstreicht den klassischen Look der Uhr. Während das Zifferblatt insgesamt flach wirkt, verleihen ihm die gestalterischen Details etwas mehr Tiefe.

A. Lange & Söhne 1815 Chronograph Uhrwerk

A. Lange & Söhne 1815 Chronograph Uhrwerk, Bild: © Bexsonn

Auf der Rückseite ermöglicht ein Saphirglasboden freie Sicht auf eines der technisch exquisitesten und schönsten Chronographenwerke, die je angefertigt wurden. Das Kaliber L951.5 besitzt eine Schaltradsteuerung und eine Stufenschnecke für das präzise Springen des Minutenzählers. Ein weiteres Highlights dieses beeindruckenden Werkes ist die Flyback-Funktion, die es in nur in relativ wenigen Chronographen gibt.

Vacheron Constantin Traditionnelle Chronograph

Zweifellos ist es schwer, sich mit klassischen Chronographen zu beschäftigen, ohne Vacheron Constantin zu erwähnen. Vacheron ist die traditionelle Uhrenmanufaktur schlechthin, die unter anderem für ihre wunderschönen Chronographen zu Weltruhm gelangte. Die aktuelle Uhr dieses Herstellers gehört ebenfalls dazu. Allerdings verfügt das jüngste Modell über eine vergleichsweise zeitgemäße Linienführung. Das Zifferblatt der Traditionelle Chronograph bietet ein traditionelles Design mit einem Silber-Zifferblatt in zwei verschiedenen Tönen. Am Rand besitzt es eine Tachymeterskala, eine Eisenbahn-Minuterie und lange Stabindexe für die Stunden. Wie alle Chronographen, die wir bisher betrachtet haben, ist die Traditionelle Chronograph mit zwei Hilfszifferblättern ausgestattet, eines für die dezentrale Sekunde und eines dient als Minutenzähler.

Im Inneren der Traditionelle Chronograph befindet sich das bekannte Kaliber 1141. Dieses Uhrwerk basiert auf dem Lemania 2310 mit Handaufzug. Vacheron Constantin dekoriert dieses Werk sehr aufwendig mit einem schönen Finish. Außerdem reguliert die Manufaktur das Kaliber, um die eigenen, sehr hohen Standards zu erfüllen. Vacheron ersetzt sogar einige Originalteile durch eigene. Das Uhrwerk nutzt ein traditionelles Säulenrad und verfügt über vergoldete Brücken. Das Basiskaliber ist bekannt für seine Genauigkeit und Zuverlässigkeit. Außerdem sieht es absolut fantastisch aus, vor allem, wenn die zahlreichen Brücken aufwendig dekoriert sind. Es ist also kein Wunder, dass dieses Basiskaliber in der Vergangenheit auch schon von anderen High-End-Herstellern verwendet wurde.

Das 42-mm-Gehäuse lässt diesen Chronographen etwas zeitgemäßer erscheinen als die anderen Uhren in diesem Artikel. Auch wenn es vielleicht etwas zu groß ist, um noch als „traditionell“ durchzugehen, bringt das Gehäuse-Design die Uhr zurück in das Reich der Klassik.

Girard Perregaux 1966 Chronograph

Die 1966 Chronograph wurde auf der SIHH 2010 erstmals vorgestellt. Das Modell wurde von Uhrenliebhabern auf der ganzen Welt mit Begeisterung gefeiert. Es ist nicht schwer zu verstehen, warum. Die Manufaktur paarte ein perfekt proportioniertes 40-mm-Gehäuse mit einem klassisch designten Zifferblatt. Sowohl das Zifferblatt als auch das Gehäuse bestechen im Retro-Look und sind von Vintage-Uhren inspiriert. Das Zifferblatt der 1966er verfügt über eine Tachymeter-Skala und ebenfalls die klassische Eisenbahn-Minuterie. Lediglich bei 12 und 6 Uhr sind Ziffern aufgesetzt. Wie die Lange 1815 (oder so ziemlich jeder andere traditionelle High-End Chronograph) besitzt die Girard Perregaux zwei Hilfszifferblätter, eines für die kleine Sekunde und eines für die zu stoppenden Minuten. Einige könnten vielleicht der Ansicht sein, die Hilfszifferblätter seien zu dicht am Zentrum des Zifferblattes.

Die GP 1966 unterscheidet sich von der Patek und der Lange allerdings durch das Uhrwerk. Wenn Sie durch den Saphirglasboden der 1966 Chronograph schauen, sehen Sie das Kaliber GP030CO. Da es ein Automatikkaliber ist, können Sie das Uhrwerk leider nur teilweise sehen. Sie werden auch feststellen, dass das Werk ein bisschen kleiner ist als das Gehäuse. Das könnte etwas sonderbar wirken, liegt aber darin begründet, dass GP versuchte, die Proportionen von Zifferblatt und 40-mm-Gehäuse beizubehalten. Sie hätten auch ein kleineres 38-mm-Gehäuse wählen können, was vielleicht die gesamte Ästhetik ausbalanciert hätte. Nichtsdestotrotz ist das Kaliber sehr schön. Es verfügt über Genfer Streifen und einen Rotor aus 18-Karat-Gold.

Da es sich um ein modulares Chronographen-Werk handelt, ist die Mechanik des Chronographen hinter den Bauteilen für den Antrieb versteckt. Deshalb können Sie das Schaltrad nicht sehen. Doch auch wenn Sie es nicht sehen, können Sie es zumindest spüren: Die Chronographen-Drücker lassen sich leichtgängig betätigen. Das ist typisch für einen Chronographen mit Säulenrad-Steuerung. Die Betätigung der rechteckigen Drücker benötigt nur wenig Druck, um den Chronographen in Gang zu setzen, zu stoppen und auf null zu stellen.

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