10/19/2021
 3 Minuten

Al Capone – Gangsterboss, Philanthrop & Uhrenfreund

Von Sebastian Swart
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Prostitution, illegales Glücksspiel und Schutzgelderpressung: Das war die gefahrvolle Welt des amerikanischen Gangsterbosses Alfonso „Al“ Capone. Der schillernde, auch als Scarface bekannte Mobster regierte die Unterwelt Chicagos in den 1920er- und 30er-Jahren. Capone, 1899 in New York geboren, war Sohn italienischer Einwanderer. Er wuchs zusammen mit sechs Brüdern und zwei Schwestern im Brooklyn des frühen 20. Jahrhunderts auf. Schon als Teenager war Capone in Jugendbanden unterwegs und beendete die Schule früh. Im Alter von 15 Jahren lernte er bereits alles Wichtige, was ein Krimineller im Untergrund wissen muss. 

Al Capones großes Vorbild und Lehrmeister war der New Yorker Gangsterboss Frankie Yale, der sich des jungen Kleinkriminellen annahm. Bei Yale lernte Capone auch, dass man im Leben mit Freundlichkeit und Geduld weiterkommt und Gewalt nur das letzte Mittel zum Zweck ist. Zu seinem Spitznamen Scarface (Narbengesicht) kam Capone bereits im Alter von 18 Jahren, als ihn der betrunkene Gangster Frank Galluccio im Streit um dessen Schwester mit einem Messer schwer im Gesicht verletzte. 

Nach einer Schlägerei, bei der Capone seinem Rivalen einen fünfwöchigen Krankenhausaufenthalt bescherte, zog der Gangster 1919 nach Chicago. Zusammen mit Cosa-Nostra-Boss Johnny Torrio baute Capone das Chicago Outfit auf, dessen Boss er später wurde. Neben Schutzgelderpressung, Prostitution und illegalem Glücksspiel konnte Al Capone während der amerikanischen Prohibition seine Macht mit dem illegalen Verkauf von Alkohol ausbauen. 

Nach dem Aufstieg kommt für viele bekanntlich der Fall, so auch für Capone. Wegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche wurde er 1931 zu einer hohen Geldstrafe und 11 Jahren Haft verurteilt. Nach seiner frühzeitigen Entlassung im Jahr 1939 zog sich Capone weitgehend zurück. Im Alter von 48 Jahren verstarb er infolge eines Schlaganfalls in Florida. 

Capone war jedoch mehr als nur ein legendärer Verbrecher. Er war der erste Gangster, um den eine ganze Popkultur samt eigenem Filmgenre – dem Mafiafilm – kreiert wurde. So stilisierten ihn nachfolgende Generationen posthum zum Helden. Zu Lebzeiten galt er als respektabler Geschäftsmann und ausgesprochener Menschenfreund. Capone liebte die Kunst und den Luxus, war modebewusst und hatte stets ein gepflegtes Erscheinungsbild. Er trug hochwertige Anzüge, Schuhe, Hüte und, Sie ahnen es bereits … eine kostspielige Luxusuhr. 

Al Capones Rolex Prince

Aus zahlreichen Quellen gilt als gesichert, dass Al Capone eine goldene Rolex Prince trug. Die Marke war damals noch jung und gerade erst im Begriff aufzustreben. Auch die Armbanduhr war eine noch relativ frische Erfindung, welche die Taschenuhr langsam ablöste. 

Rolex stellte das Modell Prince erstmalig Ende der 1920er-Jahre der Öffentlichkeit vor und fertigte die Uhr bis in die frühen 50er. Als die ersten Modelle auf den Markt kamen, war die Prince mit ihrer rechteckigen Gehäuseform im Art-déco-Stil ein echter Hingucker. Außergewöhnlich war das Dualzifferblatt mit dezentraler Sekunde bei 6 Uhr. Als Antrieb diente ein Handaufzugskaliber, das bereits über ein Chronometer-Zertifikat verfügte. 

Capones Prince trug vermutlich die Referenznummer 3140 und war aus Gelbgold gefertigt. Aus heutiger Sicht mag dieses Modell fast schon bescheiden erscheinen, damals entsprach eine solche Uhr in ihrem Status jedoch einer goldenen Rolex Daytona oder einem Edelzeitmesser von Patek Philippe. 

Al Capone war einer der ersten Rolex-Fans der Welt.
Al Capone war einer der ersten Rolex-Fans der Welt.

Rolex legte die Prince in vier verschiedenen Varianten innerhalb der Kollektion Cellini Prince im Jahr 2005 neu auf und produzierte diese Modelle bis 2015. Im Innern gibt das Handaufzugskaliber 7040 den Takt vor. Zur Auswahl standen zwei Version aus Weißgold sowie je eine Variante aus Rot- oder Gelbgold. Letztere (Ref. 5440/8) ist im Hollywood-Blockbuster Oceans Thirteen aus dem Jahr 2007 am Handgelenk von Al Pacino in der Rolle des Willy Bank zu sehen. 

Mafiafilm-Ikone Al Pacino spielt im Film Scarface aus dem Jahr 1983 übrigens die gleichnamige Hauptrolle. In diesem Streifen, der als Hommage an Al Capone angesehen werden kann, trägt Pacino eine Omega La Magique, doch das ist eine andere Geschichte. 

Neuauflage von 2005 – Rolex Prince 5440/8
Neuauflage von 2005 – Rolex Prince 5440/8

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Sebastian Swart

Chrono24 nutze ich privat bereits seit vielen Jahren zum An- und Verkauf, aber auch zur Recherche. Von Uhren bin ich fasziniert, solange ich denken kann. Bereits …

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