01/02/2015 | Überarbeitet am: 04/17/2024
 5 Minuten

Audemars Piguet – Tradition und Innovation

Von Sebastian Swart
Audemars-Piguet-2-1-Brand

Exklusiv, innovativ und leidenschaftlich. Für diese drei Attribute steht die Luxusuhrenmarke Audemars Piguet. Wie nur wenige Manufakturen – etwa Patek Philippe oder Vacheron Constantin – konnte sich das Traditionsunternehmen mit hoher Uhrmacherkunst, einzigartigen Designs und präziser Handarbeit seinen Platz an der Spitze Schweizer Uhrenmanufakturen sichern. Das Besondere an Audemars Piguet: Die Marke wurde nie aus Familienhand gegeben. Gleichzeitig setzt das Familienunternehmen auf Innovationen in der Uhrmacherkunst und beweist immer wieder, dass Tradition und Moderne keine Widersprüche sind. Seit Januar 2024 leitet die ehemalige Procter & Gamble-Mitarbeiterin Ilaria Resta die Marke und richtet sie auf die allgemein viel beachtete Generation Z aus. Bemerkenswert ist, dass Audemars Piguet im Kern lediglich zwei Uhrenkollektionen anbietet.

Das mit Abstand bekannteste Modell ist die Audemars Piguet Royal Oak, eine sportliche Luxusuhr, die Audemars Piguet erstmals 1972 präsentierte. Seit 2019 befindet sich zudem die Linie Code-11-59. im Programm. Innerhalb dieser Reihe bietet die Manufaktur Zeitmesser an, die traditionelles Design und moderne Technik verbinden.

Historie und bedeutende Modelle von Audemars Piguet

Den Grundstein für Audemars Piguet legten die zwei Uhrmachermeister Jules-Louis Audemars und Edward-Auguste Piguet bereits im Jahr 1875 im Schweizer Ort Le Brassus im Vallée de Joux. Unter dem Namen Audemars Piguet firmiert der Hersteller seit dem Jahr 1881. Schon in den Anfangsjahren zeichnete sich die Manufaktur durch technische Innovation und hohe Handwerkskunst aus. So entwickelte das Unternehmen bereits 1892 die weltweit erste Armbanduhr mit Minutenrepetition, ein Meilenstein in der Geschichte der Uhrmacherkunst.

Erfahren Sie mehr über die Geschichte von Audemars Piguet in dem Artikel „Im Wandel der Zeit: Audemars Piguets Geschichte“ meiner Kollegin Barbara.

Royal Oak – die erste Luxussportuhr aus Edelstahl

Der ganz große Durchbruch gelang Audemars Piguet mit dem oben bereits erwähnten Modell Royal Oak. Geistiger Vater dieser Uhr ist der Star-Designer Gérald Genta, der auch die Designs der Patek Philippe Nautilus und IWC Ingenieur kreierte. Die Royal Oak war bei ihrer Präsentation die weltweit erste Luxussportuhr aus Edelstahl und sorgte in einer Zeit, in der Luxusuhren aus Edelmetallen bestanden, für großes Aufsehen. Neben der eigenwilligen Wahl des Materials eckten der Look und die schiere Größe dieses Modells an. 39 mm Gehäusedurchmesser galten 1972 als riesig, hinzu kam eine achteckige Lünette mit Zierschrauben sowie ein integriertes Armband, wodurch die Uhr noch größer wirkte. Schnell erhielt das Modell den Spitzamen „Jumbo“, ein Begriff, der heute offizieller Namenszusatz für eine Reihe von Varianten der Royal Oak ist.

APs Klassiker, die Audemars Piguet Royal Oak Jumbo 15202ST
APs Klassiker, die Audemars Piguet Royal Oak Jumbo 15202ST

In den vergangenen Jahrzehnten schuf Audemars Piguet eine riesige Menge unterschiedlicher Versionen der Royal Oak, die Sie neben der namensgebenden Kollektion auch in den Linien Royal Oak Offshore und Royal Oak Concept finden. Neben Uhren aus Edelstahl befinden sich auch Varianten in der Reihe, die aus Titan oder Keramik bestehen. Top-Modelle fertigt die Manufaktur aus Edelmetallen, verziert sie mit Diamanten und stattet mit einem Tourbillon aus.

Code 11.59. – klassisches Design, moderne Technologie

Challenge, Own, Dare, Evolve. Mit diesen Werten bewirbt Audemars Piguet die 2019 lancierte Uhrenkollektion Code 11.59. Die seinerzeit vollkommen neu entwickelte Reihe fällt durch ein ungewöhnliches Designkonzept auf. So sind die Lünetten der verschiedenen Versionen der Code 11.59. rund designt, während der Gehäusemittelteil achteckig gestaltet ist, eine Reminiszenz an die berühmte Royal Oak. Außergewöhnlich ist auch das Konzept der Hörner samt Bandanstößen, welche skelettiert sind. Außerdem werden die Federstege von zwei achteckigen Schrauben gehalten, ein Designelement, das auch auf der Lünette der Royal Oak zu finden ist.

Tradition trifft auf technische Innovation – Audemars Piguet Code 11.59 mit Tourbillon
Tradition trifft auf technische Innovation – Audemars Piguet Code 11.59 mit Tourbillon

AP erweiterte die Kollektion Code 11.59 um viele neue Varianten. Innerhalb der Reihe befinden sich neben Zeitmessern aus Gelb- oder Roségold auch Modelle, deren Gehäuse aus Keramik oder Edelstahl besteht. Für diese Kollektion entwickelte die Marke eigens neue Manufakturkaliber. Je nach Referenz bieten diese neben einer einfachen Anzeige für Stunden, Minuten, Sekunden und Datum auch Komplikationen wie Chronographenfunktion, Tourbillon, Ewiger Kalender oder eine Sonnerie.

Wer trägt Audemars Piguet?

Audemars Piguet hat weltweit viele Fans, die sich gerne mit Zeitmessern der Marke schmücken. Hierzu gehören natürlich auch eine ganze Reihe verschiedener Prominenter.

  • Jay-Z: Star-Rapper Jay-Z wurde unter anderem mit einer Audemars Piguet Royal Oak Perpetual Calendar „Yves Klein Electric Blue“ Ref. 25820ST gesichtet. Das von AP als saphirblaues Grande Tapisserie bezeichnete Zifferblatt ist unter Sammlern als „Yves-Klein-Blau“ bekannt – eine Anspielung auf den französischen Künstler der Nouveau-Réalisme-Bewegung. Das Modell besteht aus Edelstahl und besitzt einen Durchmesser von 39 mm. Für diese Uhr ist eine Investition von ca. 170.000 EUR nötig.
  • Bukayo Saka: Der Arsenal-Star Bukayo Saka ist im Besitz einer Royal Oak Chronograph 26240CE. Das Gehäuse dieser 41 mm großen Variante besteht aus schwarzer Keramik. Audemars Piguet präsentierte das Modell anlässlich des 50. Geburtstags der Royal Oak im Jahr 2022. Charakteristische ist das Grande Tapisserie-Zifferblatt mit roségoldenen Indizes und Zeigern. Kostenpunkt: rund 140.000 EUR.
  • Ed Sheeran: Der britische Singer-Songwriter Ed Sheeran ist bekannt für seine riesige Uhrensammlung. Er besitzt gleich mehrere Uhren von Audemars Piguet. Eine davon ist die Royal Oak Tourbillon Extra-Thin aus schwarzer Keramik (Ref. 26522CE.OO). Die 41 mm große Uhr ist auf nur 100 Exemplare limitiert und kostet über 350.000 EUR.
Audemars Piguet Royal Oak Chronograph41mm Black Ceramic 26240CE.OO.1225CE.02
Audemars Piguet Royal Oak Chronograph 41 mm Black Ceramic 26240CE.OO.1225CE.02

Weitere bekannte Besitzer einer Uhr der Manufaktur sind unter anderem die Hollywoodstars Will Smith und Chris Hemsworth sowie der US-amerikanische Gitarrist John Mayer. Die Tennislegende Serena Williams hat ebenfalls ein Faible für Audemars Piguet und agierte sogar als Werbepartnerin für das Unternehmen.

Handwerk und Expertise von Audemars Piguet

Die Luxusuhren von Audemars Piguet zeichnen durch leidenschaftliches Handwerk und herausragende Expertise aus, doch welche sind die Schlüsselelemente, die das Handwerk und die Expertise der Manufaktur prägen? Einige Beispiele.

  • Hochwertige Materialien: Audemars Piguet verwendet ausschließlich hochwertige Materialien für seine Uhren. Hierzu gehören etwa Gold, Platin, Titan und Edelstahl sowie innovative Werkstoffe wie Keramik. Viele Modelle sind außerdem mit sorgfältig ausgewählten Edelsteinen verziert.
  • Feinstes Handwerk: Jede Audemars Piguet Uhr wird von erfahrenen Uhrmachern und von Hand gefertigt. Die Marke legt großen Wert auf präzise und höchste Handwerkskunst, um sicherzustellen, dass jede Uhr perfekt verarbeitet ist.
  • Technische Innovation: AP ist eines der führenden Unternehmen der Uhrenindustrie, wenn es um technische Innovationen und wegweisende Funktionen geht. Dazu gehören komplexe Uhrwerke mit Komplikationen wie Tourbillon, Minutenrepetition, Ewiger Kalender und Chronograph.
  • Unverwechselbare Designs: Auch wenn Audemars Piguet im Kern über nur zwei Uhrenlinien verfügt, ist die Designvielfalt enorm. Hierzu kombiniert die Marke vielfach traditionelle Elemente mit modernen Stilen und Materialien. Das Ergebnis sind zeitlose wie avantgardistische Zeitmesser.
  • Aufwendige Verzierungen: Audemars Piguet legt großen Wert auf die Verzierung seiner Uhrengehäuse und Uhrwerke. Viele Modelle sind mit anspruchsvollen Handgravuren, Guillochierung, Perlage oder anderen handwerklichen Verzierungen versehen, die jedes Stück zu einem Kunstwerk machen.

Audemars Piguet oder Patek Philippe?

Viele Uhrenfreunde, die vor dem Kauf einer anspruchsvollen Luxussportuhr stehen, fragen sich oft, ob sie sich für eine Uhr von Patek Philippe oder Audemars Piguet entscheiden sollen. Vielfach liegt die Wahl zwischen den beliebten Modellen Nautilus Ref. 5711/1A-010 und Royal Oak Jumbo Extraflach Ref. 16202ST.OO.1240ST.02. Vergleichen wir zunächst einmal die Preise: Während Nautilus Mitte März 2024 neuwertig rund 124.000 EUR kostet, liegt der Preis für eine ungetragene Royal Oak Jumbo bei etwa 71.000 EUR. Die Preisdifferenz beträgt somit stolze 53.000 EUR. Sofern Sie auf den Preis achten und Ihnen die AP genauso zusagt, wie die Patek, dann ist die Frage an dieser Stelle schon beantwortet.

Ist Ihnen der Preis egal und Ihnen gefallen beide Uhren, sollten Sie Ihren Geschmack entscheiden lassen. Beide Marken und Modelle sind Legenden der Uhrenindustrie. Sie besitzen das sagenumwobene Design von Gérald Genta und sind stilprägende Zeitmesser der 1970er-Jahre. Technisch wie qualitativ sind beide Hersteller führende Schweizer Uhrenmanufakturen und genießen weltweit höchstes Ansehen, wobei es wohl sein mag, dass Patek Philippe in puncto Prestige die Nase etwas vorn hat. Ob Ihnen diese Reputation im Falle der oben genannten Beispiele rund 75 Prozent Aufpreis wert ist, müssen Sie entscheiden.


Über den Autor

Sebastian Swart

Chrono24 nutze ich privat bereits seit vielen Jahren zum An- und Verkauf, aber auch zur Recherche. Von Uhren bin ich fasziniert, solange ich denken kann. Bereits …

Zum Autor

Aktuellste Artikel

Audemars-Piguet-2-1
04/26/2023
Audemars Piguet
 4 Minuten

Ist Audemars Piguet überbewertet?

Von Donato Emilio Andrioli
Audemars-Piguet-2-1
02/27/2023
Audemars Piguet
 7 Minuten

Die Audemars Piguet Neuheiten 2023: unsere Favoriten

Von Chrono24
Erfahrungsbericht-AP-Royal-Oak-2-1
01/02/2023
Audemars Piguet
 6 Minuten

Mein Erfahrungsbericht: Audemars Piguet Royal Oak 37 mm

Von Pascal Gehrlein