07/22/2022
 5 Minuten

Die Top 3 Uhren, die kaum einer auf dem Schirm hat

Von Jorg Weppelink
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Sind Sie bereit, in Sachen Uhren neue Wege zu gehen? Wir alle kennen und lieben die bekanntesten Rolex-Modelle. Egal, ob Sie die Rolex GMT-Master, die Daytona oder die Submariner mögen oder nicht — so ziemlich alle Uhrenliebhaber sind mit diesen Uhren vertraut. Genauso sind uns die Royal Oak und die Nautilus als weltberühmte moderne Luxus-Sportuhren aus der Feder von Gérald Genta, ein Begriff. Aber wie sieht das mit Ihren nicht ganz so bekannten Lieblingsmodellen aus? Ich habe bereits einmal über Uhrenmarken, die keiner auf dem Schirm hat, geschrieben. Dieses Mal gehe ich noch einen Schritt weiter und stelle eine Reihe von Uhren vor, die definitiv mehr Aufmerksamkeit verdienen, diese aber nicht zwingend bekommen. Eingefleischte Uhrenliebhaber sind vielleicht mit ihnen vertraut, aber für viele sind sie sicher noch Neuland. Hier kommen drei Geheimtipps, die unter dem Radar fliegen. 

1. Omega Seamaster 300M GMT „Great White“ Referenz 2538.20.00

Unsere Liste beginnt mit einem Geheimtipp von Omega, der tatsächlich seinen eigenen Spitznamen hat. Die Omega Seamaster 300M GMT Referenz 2538.20.00 wird aufgrund ihres, von einigen kontrastierenden Elementen abgesehen, vollständig weißen Zifferblatts „Great White“ genannt. Die Uhr ist Teil der Omega Seamaster Professional Kollektion, die auch als die „Bond“-Reihe der Seamaster-Uhren bekannt ist. Omega produzierte aber bei Weitem nicht nur die blaue Taucheruhr, die Bond trägt. Die Seamaster Professional 300M ist die Standard-Taucheruhr des Unternehmens, es gibt aber auch diverse Chronographen-Versionen und dann natürlich noch die GMT-Version mit zweiter Zeitzone. Die „Great White“ ist mit ihrem 41,5 mm großen Edelstahlgehäuse und ihrer Wasserdichtigkeit von 300 m (30 bar) eindeutig eine Taucheruhr. Zu ihr gehört ein hervorragendes Edelstahlarmband, das dem legendären Oyster-Band ähnelt. 

Ihre Unaufdringlichkeit verdankt dieses Modell dem gebürsteten Stahl, der das blütenweiße Zifferblatt regelrecht erstrahlen lässt. Besonders auffällig: Die von den Seamaster-Modellen der 60er-Jahre inspirierten, übergroßen Indizes. Das Leuchtmittel auf diesen Indizes sorgt auch unter schlechten Lichtbedingungen für gute Ablesbarkeit. Die Lünette mit ihrer großen 24-Stunden-Graduierung ist ebenfalls bemerkenswert. Sie ermöglicht es sowohl eine Heimat- als auch eine Ortszeit einzustellen, womit sie zur perfekten Uhr für Reisen über mehrere Zeitzonen hinweg wird. Als moderne Uhr verfügt sie mit dem Kaliber 1128 über ein Chronometer-zertifiziertes Uhrwerk. Außerdem befindet sich auf 3 Uhr eine Datumsanzeige. Ein zusätzlicher Zeiger stellt die Zeit der zweiten Zeitzone dar. Diese bemerkenswerte Uhr kostet rund 3.500 Für diesen Preis erhalten Sie ein absolutes Prachtstück. 

Diver and GMT: the Omega Seamaster "Great White"
Taucheruhr und GMT: die Omega Seamaster „Great White“

2. IWC Ingenieur Referenz 3227

Wenn Sie auf der Suche nach einer modernen Sportuhr sind, haben Sie wahrscheinlich schon von der IWC Ingenieur gehört. Während die Audemars Piguet Royal Oak die erste von Gentas Kreationen in dieser Kategorie war und die Patek Philippe Nautilus eine beliebte Zweite, ist die Ingenieur die dritte und letzte – um nicht zu sagen, die unbeliebteste der drei.  Verstehen Sie mich nicht falsch – Gentas Ingenieur aus den 70er-Jahren ist weiterhin eine hochgeachtete und kostspielige Uhr. Was nach ihr passierte, hatte jedoch unmittelbaren Einfluss auf die Popularität der Ingenieur. IWC ließ auf diese nämlich nicht direkt weitere Modelle folgen, die Gentas Stil-Konzept aufnahmen. Erst 2005 brachte IWC die Referenz 3227 auf den Markt, welche in die Fußstapfen der berühmten Ingenieur der 70er- und 80er-Jahre trat. 

Im Profil unterscheidet sie sich jedoch vom Original. Während Gentas Uhren über ein schlankes Profil verfügen, kann die IWC Ingenieur Referenz 3227 zurecht als klobige und schwere Uhr bezeichnet werden. Ihr 42 mm großes Edelstahlgehäuse ist 14,5 mm hoch. Dazu gehört ein schweres und robustes Armband für das passende Tragegefühl am Handgelenk. Wenn Sie mit einer größeren Uhr zurechtkommen, ist dieses Modell der Hammer. Das Design ist Gentas Ingenieur nachempfunden und passt perfekt in die Kategorie der von der Audemars Piguet Royal Oak inspirierten Uhren. Im Gehäuse verbaute IWC das hauseigene Kaliber 80110 – ein tolles Uhrwerk mit Datum bei 3 Uhr. Das Zifferblatt ist schnörkellos. Darauf befinden sich lediglich die großen Stundenindizes und die Ziffern auf 6 Uhr und der 12-Uhr-Position. Das gibt dem schwarzen Zifferblatt, mit seiner von Millimeterpapier inspirierten Textur, die an Gentas Ingenieur aus dem Jahr 1976 erinnert, die Möglichkeit sich voll zu entfalten. Eine großartige Verbindung zur Vergangenheit, die uns an die Brillanz dieses Modells erinnert. Sie können Preise zwischen 5.000 und 7.000 EUR erwarten, womit sie deutlich erschwinglicher ist, als ihre berühmte Vorgängerin. 

The IWC Ingenieur AMG ref. 3327
Die IWC Ingenieur AMG Referenz 3327

3. Seiko Prospex Marinemaster 300M

Die letzte Uhr in diesem Artikel ist die Seiko Prospex Marinemaster 300M. Diese 44-mm-Taucheruhr ist das Spitzenmodell aus Seikos Prospex-Serie. Wenn Sie auf der Suche nach einer professionellen Taucheruhr sind und größere Uhren tragen können, sollten Sie sich für dieses Modell entscheiden. In Bezug auf Leistung und Ausstattung kann sich diese Uhr mit den ganz Großen messen. Mit einem Listenpreis von 3.500 EUR ist sie für Seikos Verhältnisse teuer, aber in Sachen Leistung und Ausstattung kann sie mit den Taucheruhren von Omega und sogar Rolex mithalten, ist also wirklich richtig gut. Haben Sie jemals mit dem Gedanken gespielt, eine Rolex Deepsea zu kaufen, aber darauf verzichtet, weil sie zu teuer war? Oder wollten Sie vielleicht eine Omega Seamaster Planet Ocean? Die Prospex Marinemaster 300M gehört genau in diese Kategorie. Was macht sie so gut? Ihr Edelstahlgehäuse und das Armband sind von ausgezeichneter Qualität und perfekt veredelt. Seiko griff für sie sogar ihre berühmte Zaratsu-Poliertechnik zurück, die normalerweise nur bei Grand Seikos zur Anwendung kommt. Diese Poliertechnik führt zu außerordentlichen Resultaten, die in der Branche kaum übertroffen sind. Außerdem ist sie mit einer Keramiklünette ausgestattet 300 m (30 bar) wasserdicht. 

Im Monobloc-Gehäuse verbaut Seiko das hauseigene Kaliber 8L35, das auf dem Grand Seiko Kaliber 9S55 basiert. Wenn Sie mit den Grand Seikos vertraut sind, wissen Sie auch, dass ihre Uhrwerke die präzisesten und technisch eindrucksvollsten der Branche sind. Das Uhrwerk ist also wirklich zuverlässig. Zifferblatt und Zeiger erinnern an Seikos herausragende Taucheruhren aus den 1960er-Jahren, als die Marke erstmals professionelle Taucheruhren auf den Markt brachte, die mittlerweile unter Uhrenliebhabern Legendenstatus genießen. Wenn es um Zifferblatt- und Lünettenfarbe geht, haben Sie die Wahl zwischen schwarz, blau und grün. Die Referenz der grünen Uhr ist SLA019, die der schwarzen Version SLA021 und das blaue Modell finden Sie unter SLA023. Die Preise für die schwarze und blaue Version beginnen bei etwas unter 2.500 EUR und gehen bis um die 3.500 EUR hinauf. Das grüne Modell erfreut sich der größten Beliebtheit. Ihr Preis beginnt bei 3.000 EUR und steigt dann bis auf ihren Listenpreis und darüber hinaus. Aber eigentlich müssen Sie nicht mehr als den Listenpreis bezahlen, wenn Sie ein Exemplar besitzen möchten. Die schwarze und blaue Version im Besonderen bieten herausragende Preis-Leistungs-Verhältnisse. Sie haben alles, was Sie sich von einer Alltagsuhr und einer Uhr, die Sie über Ihr Leben begleitet, wünschen können. 

The Seiko Prospex Marinemaster
Die Seiko Prospex Marinemaster

Das sind unsere drei Uhren, die keiner auf dem Schirm hat oder die zumindest nicht zu den bekanntesten Modellen ihrer jeweiligen Marken gehören. Dabei handelt es sich natürlich nur um eine kleine Auswahl großartiger Uhren, die von einem breiteren Publikum übersehen werden. Bleiben Sie für Folge-Artikel am Ball, wenn Sie mehr über die verborgenen Schätze der Uhrenwelt lesen wollen.   


Über den Autor

Jorg Weppelink

Hallo, ich bin Jorg und schreibe seit 2016 Artikel für Chrono24. Meine Beziehung zu Chrono24 reicht jedoch deutlich weiter zurück, denn meine Liebe zu Uhren erwachte …

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