08/18/2021
 5 Minuten

Fünf Chronographen, die günstiger und besser sind als die Rolex Daytona

Von Donato Andrioli
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Die Rolex Daytona gehört zu den legendärsten und begehrtesten Uhren aller Zeiten. Doch die Marktpreise, die der ikonische Chronograph derzeit erzielt, sind so hoch wie noch niemals zuvor und mit Preisen jenseits der 30.000-Euro-Marke nur noch für die wenigsten von uns erreichbar. Aus diesem Grund zeige ich Ihnen fünf Alternativen, die günstiger sind und zum Teil sogar noch ein klein wenig mehr zu bieten haben als die Rolex Daytona. 

Eine Legende unter den Uhren – die Rolex Daytona
Eine Legende unter den Uhren – die Rolex Daytona

Der Zwillingsbruder – Zenith Chronomaster Sport 

Beim Zenith Chronomaster Sport handelt es sich um einen Schaltradchronographen mit automatischem Aufzug, der Zehntelsekunden messen kann. Das wunderschöne verzierte El-Primero-Werk kann durch ein Saphirglasboden bewundert werden und bietet eine Datumskomplikation. Beides Dinge, welche die Daytona nicht bieten kann. Was das generelle Design der Uhr angeht, hat sich Zenith ordentlich vom großen Rolex-Vorbild inspirieren lassen. Zifferblatt, Keramik-Lünette und die generelle Aufmachung erinnern sofort an die legendäre Daytona und sind ihr auf den ersten Blick zum verwechseln ähnlich. 

Auf den zweiten Blick jedoch erkennt der aufmerksame Uhren-Liebhaber all die feinen Details und all die Referenzen an frühere El-Primero-Chronographen, die dem neuen Chronomaster Sport Pate standen. Und wenn sich eine Uhrenmarke beim Design von der Daytona inspirieren lassen darf, dann ist es wohl Zenith. Bis spät in den 90er-Jahren hatte die Daytona ein El-Primero-Werk verbaut, bevor Rolex auf ein Manufakturwerk wechselte. Eng verknüpfte Historie, ähnliches Design, bessere Komplikationen und bereits für unter 10.000 EUR zu haben: Diese Argumente sprechen ganz klar für die Zenith Chronomaster Sport. Schon jetzt gehört diese Uhr zweifellos zu den besten Daytona Alternativen auf dem Markt. 

Zenith Chronomaster Sport: Sieht der Daytona auf dem ersten Blick zum Verwechseln ähnlich, bietet aber eine Menge mehr.
Zenith Chronomaster Sport: Sieht der Daytona auf dem ersten Blick zum Verwechseln ähnlich, bietet aber eine Menge mehr.

Sportlichkeit und Eleganz – Breitling Premier B01 42mm

Der Breitling Premier B01 Chronograph ist ein wahrer Meister darin, Sportlichkeit und Eleganz perfekt unter einen Hut zu bringen, ganz ähnlich wie die Rolex Daytona. Die Premier hat dabei jedoch ihre eigenen Wurzeln und ihren eigenen Stil. Die Bicompax-Panda-Optik sorgt für ordentlich Vintage-Flair, die Tachymeterskala ist nicht auf einer Lünette, sondern direkt auf dem Zifferblatt angebracht. Über den Saphirboden der Breitling Premier können Sie das B01 Manufakturwerk direkt bei seiner Arbeit beobachten. Ihre Gangreserve hält ganze 70 Stunden und im Gegensatz zur Daytona bietet Breitlings Chronograph auch eine praktische Datumfunktion. Das Gehäuse hat einen Durchmesser von 42 mm und ist bis zu 100 Meter wasserdicht. Die Qualität der Materialien ist auf allerhöchstem Niveau, die Chronographendrücker haben einen tollen Druckpunkt und lassen sich hervorragend bedienen. Auch das Stahlarmband besitzt eine tolle Qualität. Dieses ist ähnlich aufgebaut wie das Jubilee-Band von Rolex, besticht jedoch mit seiner typischen, unverkennbaren Breitling-Optik. Somit ist die Breitling Premier eine mehr als gelungene Daytona-Alternative. Sie ist in allen Belangen ebenbürtig und hat mit dem Datum sogar noch ein klein wenig mehr zu bieten; und das bereits ab einen Preis um die 6.000 EUR. 

Sportlich und elegant. Die Breitling Premier ist der perfekte Chronograph für jeden Tag.
Sportlich und elegant. Die Breitling Premier ist der perfekte Chronograph für jeden Tag.

Die andere Legende –- Omega Speedmaster Racing Co-Axial

Ich habe lange mit mir gehadert, ob ich die Speedmaster Professional nicht doch mit in die Liste aufnehmen soll, schließlich bietet die Moonwatch doch eine einzigartige Historie, die selbst die Geschichte der Daytona in den Schatten stellt. Doch letztendlich habe ich mich gegen die legendäre Moonwatch entschieden. Technisch müssen Sie trotz neuem METAS-Handaufzugswerk zu viele Kompromisse eingehen: Handaufzug statt Automatik, keine Keramiklünette und nur bis 50 Meter wasserdicht. 

Die Speedmaster Racing hingegen hat fast alles, was der Moonwatch „fehlt“, um gegen die Daytona zu bestehen. Das Co-Axial Automatik Werk bietet mit 60 Stunden eine ähnliche Gangreserve wie die Daytona. Dazu bietet die Uhr ein Saphirglasboden, eine Keramiklünette und sogar eine Datumskomplikation. Nur bei der Wasserdichte muss sich die Speedmaster Racing gegenüber der Daytona weiterhin hinten anstellen. Das macht sie allerdings mit dem typisch zeitlosen Speedmaster Design wieder wett, was nicht minder ikonisch ist als das der Rolex-Legenden-Uhr. Die Größe von 44 mm mag zwar groß erscheinen, doch mit einem Lug to Lug, welches sehr ähnlich zur klassischen Moonwatch ist, ist diese Speedy-Variante noch gut tragbar. Die Speedmaster Racing hat ein eigenes, ikonisches Design, bietet mit dem Sichtboden und der Datumskomplikation noch etwas mehr und ist bei einem Preis um die 7.000 EUR wesentlich günstiger als das Rolex Pendant. 

Speedmaster Racing: Eine würdige Rolex-Daytona-Alternative.
Speedmaster Racing: Eine würdige Rolex-Daytona-Alternative.

Die High End Alternative – Jaeger Le Coultre Polaris Chronograph

Der Polaris Chronograph von Jaeger Le Coultre ist meiner Meinung nach der eleganteste Sportchronograph im gesamten Uhrenmarkt und kommt sogar noch ein Stückchen eleganter daher als die Rolex Daytona. Das schafft der Polaris Chronograph zum einen mit seinem äußerem Erscheinungsbild, zum anderen durch seine herausragende Qualität. Der Sportchronograph hat einen Durchmesser von 42 mm und eine Höhe von gerade mal 11,9 mm. Das gesamte Design weiß mit seiner Eigenständigkeit und der Liebe zum Detail zu überzeugen. Eine Wasserdichte bis zu 100 Meter, sowie eine Gangreserve von 65 Stunden sind technisch solide, rücken aber spätestens dann in den Hintergrund, wenn Sie den wunderschön dekorierten Gehäuseboden durch den Saphirglasboden zum ersten Mal betrachtet haben. 

Das größte Highlight der Uhr stellt meiner Meinung nach das Zifferblatt dar: Dieses begeistert mit seinen verschiedenen Strukturen, die sich mit feinen, groben, matten, sowie glänzenden Flächen abwechseln und im Tageslicht ihre gesamte Pracht entwickeln. Bei einem Preis zwischen 9.000 und 11.000 EUR ist der Polaris Chronograph immer noch günstiger als die Daytona. Mit ihm erhalten Sie jedoch einen wahren High-End-Chronographen, welcher bei ähnlicher Qualität von Marken wie Lange und Söhne oder Patek Philippe ein Vielfaches mehr kosten würde. 

Der JLC Polaris Chronograph mit seinem einzigartigen Zifferblatt.
Der JLC Polaris Chronograph mit seinem einzigartigen Zifferblatt.

Die Vintage Daytona – Tudor Black Bay Chrono

Um ehrlich zu sein, finde ich nicht, dass die Black Bay Chrono in irgend eine Art und Weise an die Daytona erinnert, schließlich handelt sich hierbei um einen Bicompax Chronographen, während die Daytona drei Totalisatoren besitzt. Insofern erscheint die von mir gewählte Zwischenüberschrift nicht ganz passend. Doch wahrscheinlich werden auch Sie die Nähe zu Rolex spüren, wenn sie eine Tudor in Händen halten, trotz weniger Finessen und dem typischen Vintagecharakter. 

Vintage Charme und eine hohe Qualität – die Tudor Black Bay Chrono, hier in der „Reverse Panda“ Variante.
Vintage Charme und eine hohe Qualität – die Tudor Black Bay Chrono, hier in der „Reverse Panda“ Variante.

Die Black Bay Chrono hat im Gegensatz zur Daytona, keine Keramiklünette zu bieten. Allerdings würde es bei dieser Uhr Fehl am Platz wirken und nicht  zum Vintagecharme passen. Dafür hat es die Qualität der Uhr in sich: hochwertig verarbeitet und mit viel Liebe zum Detail, weiß auch die Black Bay Chrono zu begeistern; eben auf ihre ganz eigene Art und Weise. Unter dem Vintagegewand steckt eine Menge Technik: das von Tudor veredelte B01-Werk von Breitling bietet 70 Stunden Gangreserve und überzeugt auch mit einer Datumsfunktion, die der Daytona fehlt. Bei der Wasserdichtigkeit lässt die Tudor mit 200 Meter Wasserdichtheit die Daytona hinter sich und beim Preis-Leistungsverhältnis ist Tudor  wie immer weit vorne, wobei die Black Bay Chrono mit ca. 6.000 EUR auch bereits höhere Marktpreise erzielt als von Tudor offiziell vorgesehen. Die gerade vor wenigen Monaten veröffentlichte Uhr erfreut sich einer extrem hohen Beliebtheit. ganz so wie die große Schwester, die Daytona. 

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Über den Autor

Donato Andrioli

Als ich mit der Tudor Black Bay 41 meine erste mechanische Uhr kaufte, begann für mich eine neue große Leidenschaft. Besonders begeistern mich ikonische Uhren, die eine interessante Geschichte vorweisen können.

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