01/20/2015 | Überarbeitet am: 09/25/2023
 7 Minuten

Rolex – die ultimative Luxusuhrenmarke

Von Sebastian Swart
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Rolex – ob Uhrenkenner oder Laie: Die Schweizer Luxusuhrenmarke mit der Krone im Logo ist jedem ein Begriff, der nicht sein halbes Leben auf einer einsamen Insel verbracht hat. Für viele ist Rolex das Synonym für Luxus und Prestige, außerdem erfreut sich manch ein Rolex-Besitzer am ausgezeichneten Wertsteigerungspotenzial seines Zeitmessers. In seiner fast 120-jährigen Geschichte hat Rolex viele sportliche Luxusuhren erschaffen, die heute die Blaupause für ganze Uhrenkategorien darstellen. Darunter die legendäre Taucheruhr Submariner, der Kultchronograph Cosmograph Daytona und die allseits beliebte Day-Date, um nur einige ikonische Modelle zu nennen.

In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige zur Geschichte und den Modellen von Rolex. Lesen Sie außerdem, warum Rolex-Uhren oft teuer gehandelt werden und welche Promis sich in den vergangenen Jahren gerne mit einer Rolex zeigten.

Die Eckdaten der Rolex-Geschichte

Der Name Hans Wilsdorf ist einer der prominentesten der Uhrenwelt. Als der umtriebige und erfindungsreiche Kulmbacher über die Schweiz nach London zog und 1905 im Alter von 24 Jahren beschloss, sich selbstständig zu machen, verfolgte er das Ziel, Schweizer Uhren nach Großbritannien zu importieren. Was jedoch noch fehlte, war ein einprägsamer Markenname.

Der Sage nach wurde das wohlklingende zweisilbige Kunstwort Rolex erst nach endlosem Buchstaben-Jonglieren erfunden. Eines Morgens auf dem Oberdeck eines Pferdeomnibusses rollte Wilsdorf durch London und plötzlich war er da: Rolex – der Name, der seinen Anspruch an Einfachheit und Unverwechselbarkeit erfüllte und dabei gut klang. Heureka!

Von Anfang an standen ein hohes Maß an Qualität und Innovation im Fokus der noch jungen Marke. So erreichte Wilsdorf schon 1914 für seine Uhren eine zertifizierte Ganggenauigkeit, die bis dahin nur Marine-Chronometern vorbehalten war. 1926 führte Rolex für die weltweit erste wasserdichte Uhr das namensgebende und patentierte Oyster-Gehäuse ein. Diese Bauart, bei der Lünette, Aufzugskrone und Gehäuseboden mit dem Mittelteil hermetisch verschraubt sind, finden wir bis heute in den meisten Uhren von Rolex.

Die 40er-Jahre des vergangenen Jahrtausends standen im Zeichen der bis heute so beliebten Rolex Datejust, die neben der Zeitanzeige lediglich über ein Datum verfügt. Der ganz große Durchbruch gelang Rolex Mitte der 1950er-Jahre, als die Manufaktur die Erfolgsmodelle Submariner und GMT-Master vorstellte. Kurz darauf folgte mit der Rolex Day-Date eine elegante Armbanduhr aus Edelmetall, die als Uhr der Präsidenten in die Geschichte einging.

Klassisch, schlicht und elegant: Rolex Datejust 41
Klassisch, schlicht und elegant: Rolex Datejust 41

1963 markiert das Jahr für den ersten Rolex-Chronographen. Mit ein paar Jahren Abstand zur Omega Speedmaster und Heuer Autavia stellte Rolex die Cosmograph Daytona als Zeitmesser für die Rennstrecke vor. Auch der Daytona gelang im Laufe der Jahrzehnte der Sprung in die Königsklasse der ultimativen Luxusuhren.

In jüngerer Vergangenheit konzentriert sich Rolex vornehmlich auf die dezente Weiterentwicklung seiner früh geschaffenen Uhren-Ikonen. Im Mittelpunkt des Unternehmens steht auch die Materialforschung, auf die etwa die patentierte Chronergy-Hemmung oder die Parachrom-Spirale zurückgehen. Mit über 7.000 Mitarbeitern und Umsätzen in Milliardenhöhe ist Rolex ein wahrer Uhrengigant.

Bedeutende Kollektionen und Modelle von Rolex

Während die meisten Luxusuhrenmarken ein bis zwei bedeutsame Uhrenlinien im Programm haben, ist bei Rolex praktisch jede Kollektion ein Klassiker. Dieser Umstand ist insbesondere der hohen Innovationskraft und dem gestalterischen Geschick geschuldet, welche die Marke zwischen den 1940er- und 60er-Jahren vorangetrieben hat. Hinzu kommen ein perfektes Marketing und eine sehr behutsame Modellpflege. So ist praktisch jede Rolex unabhängig vom Alter sofort als solche zu erkennen.

Datejust

Rolex stellte die Datejust 1945 erstmals vor. Wie der Name schon verrät, bietet die Uhr neben der Zeitanzeige lediglich ein Datum, das auf dem Deckglas über eine Lupe verfügt. Die Datejust ist in Gehäusegrößen zwischen 28 mm und 41 mm und einer großen Auswahl an Zifferblattfarben erhältlich. Bei den Materialien haben Sie die Wahl zwischen Edelstahl, Weiß-, Rosé-, oder Gelbgold und Platin. Mehr Infos finden Sie im Rolex Datejust Buyer’s Guide.

Submariner

Punktindizes, Mercedes-Zeiger, eine drehbare Tauchlünette und eine Wasserdichtigkeit von 200 m (20 bar): Fast jeder Uhrenbegeisterte kennt und liebt die Rolex Submariner. Die 1953 vorgestellte Toolwatch ist eine der ersten professionellen Taucheruhren überhaupt und in ihrem Design unverkennbar. So assoziieren auch Uhrenlaien die Marke Rolex wohl am ehesten mit dem Look der Submariner.

Seit 1953 die Blaupause der Taucheruhr: die Rolex Submariner
Seit 1953 die Blaupause der Taucheruhr: die Rolex Submariner

Seit 1953 die Blaupause der Taucheruhr: die Rolex Submariner

GMT-Master

Die Rolex GMT-Master erschien im Jahr 1955. Rolex entwarf die Uhr im Auftrag der amerikanischen Fluggesellschaft Pan Am (Pan American World Airways) für deren Piloten und Flugbegleiter. 1982 erschien die GMT-Master II, die sich vorrangig durch den separat verstellbaren Stundenzeiger von ihrer Vorgängerin unterscheidet. Heute ist die einstige Toolwatch eine der begehrtesten Modelle von Rolex.

Day-Date

Die auch als Präsidentenuhr bekannte Rolex Day-Date ist seit 1956 auf dem Markt. Sie war die erste Armbanduhr, die über ein Datum und den ausgeschriebenen Wochentag verfügte. Für die Day-Date verwendet die Manufaktur ausschließlich Edelmetalle wie Platin, Gelb-, Weiß- oder Roségold. Ihren Spitznamen erhielt die Day-Date, da sich gleich mehrere US-Präsidenten und andere Staatsoberhäupter mit diesem Modell schmückten.

Die Uhr der Präsidenten – Rolex Day-Date Die Uhr der Präsidenten – Rolex Day-Date

Cosmograph Daytona

Die Rolex Cosmograph Daytona ist eine der gesuchtesten Chronographen überhaupt. Die 1963 vorgestellte Uhr diente vorrangig zur professionellen Zeitnahme an Rennstrecken. Das Modell war zunächst so unbeliebt, dass Rolex es schon wieder aus dem Programm nehmen wollte. Erst nachdem Hollywood-Legende und Hobbyrennfahrer Paul Newman regelmäßig mit seiner Daytona gesehen wurde, erlangte die Uhr ihre große Popularität.

Sea-Dweller

Im Jahr 1967 gesellte sich eine weitere professionelle Taucheruhr ins Rolex-Programm, die Sea-Dweller. Dieses Modell ist quasi die größere Schwester der Submariner. Frühe Ausgaben boten bereits eine Wasserdichtigkeit von 1.200 m (120 bar), zur damaligen Zeit ein Novum. Heute bietet Rolex viele Varianten der Sea-Dweller an, darunter solche aus Edelmetallen oder Titan wie die 2022 vorgestellte Sea-Dweller Deepsea Challenge, die bis zu 11.000 m (1.100 bar) dichthält.

2023 die aktuelle Sea-Dweller von Rolex, die Referenz 126600
2023 die aktuelle Sea-Dweller von Rolex, die Referenz 126600

Wer trägt Rolex?

Die Liste der Persönlichkeiten, die eine Rolex tragen, ist lang. Hier ist eine kleine Auswahl noch lebender Prominenter, die bereits mit einer Rolex gesichtet wurden.

  • Roger Federer: Die Schweizer Tennislegende Roger Federer ist bereits seit vielen Jahren Markenbotschafter von Rolex. So verwundert es nicht, dass er gleich mehrere Uhren der Marke besitzt. Darunter befinden sich eine GMT-Master II Batman Ref. 116710BLNR, eine Day-Date Ref. 228235 aus Roségold und eine goldene Daytona „Orange“ Ref. 116588SACO. Letztere kann auf Chrono24 aktuell für etwa 320.000 EUR gefunden werden.
Goldig, orange und teuer – Rolex Daytona „Orange“ Ref. 116588SACO
Goldig, orange und teuer – Rolex Daytona „Orange“ Ref. 116588SACO
  • Rihanna: Pop-Ikone Rihanna schmückt sich ebenfalls gerne mit Rolex-Uhren. Gesichtet wurde sie unter anderem mit einer Vintage-King Midas, einer Datejust in Bicolor und einer Day-Date aus Roségold.
  • Cristiano Ronaldo: Fußballlegende und Chrono24-Investor Cristiano Ronaldo ist bekennender Uhrenfan und Rolex-Träger. In seinem Besitz befinden sich etwa eine goldene GMT-Master II Ref. 16758SARU, eine über und über mit Diamanten besetzte GMT-Master II aus Weißgold und eine goldene Daytona Rainbow (Ref. 116595RBOW). Mehr über Cristiano Ronaldos Uhren erfahren Sie in diesem Artikel.
Warum kleckern, wenn man klotzen kann? Eine Daytona Rainbow Ref. 116595RBOW
Warum kleckern, wenn man klotzen kann? Eine Daytona Rainbow Ref. 116595RBOW
  • Brad Pitt: Der alternde, doch immer jung wirkende Sonnyboy Brad Pitt wurde mit einer ganzen Reihe von Rolex-Uhren gesichtet. Darunter: eine goldene Day-Date Ref. 228238, eine ebenfalls goldene GMT-Master II mit der Referenznummer 116718 sowie eine Daytona aus Edelstahl, vermutlich der Referenz 116520.

Warum sind Rolex-Uhren so teuer?

Wer den Markt für Rolex-Uhren vor allem in jüngerer Vergangenheit beobachtet hat, wird bemerkt haben, dass sich die Preise mancher Modelle jeder rationalen Erklärung entkoppelt haben. Dass Rolex für die geforderten Listenpreise eine hervorragende Qualität und zeitlose Designs bietet, müssen wir an dieser Stelle nicht weiter ausführen.

Obwohl auch Konkurrent Omega ganz ähnlich aufgestellt ist, steigen die Preise von Uhren dieser Marke nur in wenigen Fällen. Wir können also davon ausgehen, dass die Preisentwicklung von Rolex-Uhren zuvorderst auf das Prestige der Marke bzw. den schillernden Markennamen zurückführen ist. Ein weiterer Faktor ist das oftmals niedrige Angebot bei sehr hoher Nachfrage, der die Preise steigen lässt. Kurz gesagt bestimmen also, neben Design und Qualität, das Markenprestige und die Verfügbarkeit den Preis von Rolex-Uhren.

Sind Rolex-Uhren eine gute Wertanlage?

Zwar hat sich der Markt seit 2022 spürbar abgekühlt, doch langfristig betrachtet bieten insbesondere Sportmodelle aus Edelstahl eine reale Chance auf Wertsteigerung. Letztlich ist es eine Frage des geschickten Einstiegs in die Welt von Rolex, ob und wann eine Aussicht auf Wertsteigerung besteht.

Ein Beispiel: Die Rolex Daytona Ref. 116520 mit weißem Zifferblatt kostet neuwertig im August 2023 auf Chrono24 rund 32.300 EUR. Exakt drei Jahre zuvor war die Uhr noch für 23.800 EUR zu haben. Im August 2013 war lediglich eine Investition von 10.000 EUR fällig. Auf eine Sicht von 10 Jahren konnte das Modell also um 230 % im Wert zulegen.

Das genannte Beispiel liegt etwa im Mittelfeld, was die Wertsteigerung betrifft. Manche Modelle konnten noch besser, andere schlechter performen. In seinem Artikel „Die 3 Rolex-Uhren mit der größten Wertsteigerung der letzten 5 Jahre“ stellt unser Autor Jorg weitere spannende Rolex-Uhren mit Wertsteigerungspotenzial vor.

Der ewige Kampf der Titanen: Rolex vs. Omega

Sie möchten eine Uhr von Rolex oder Omega kaufen, können sich aber nicht entscheiden? Dann geht es Ihnen wie vielen Uhrenfreunden (und meinem Kollegen René, der Rolex und Omega in einem separaten Artikel gegenüberstellt). Der reine Blick auf das Preisschild beantwortet die Frage im Prinzip schon, denn Omega ist – was Technik und Qualität betrifft – mit Rolex mindestens gleichauf, jedoch meist spürbar günstiger. Bleiben noch Design, Funktion und Prestige. Bei ersteren beiden Punkten sollte ausschließlich ihr Geschmack entscheiden, denn beide Marken bieten attraktive Klassiker mit allen gängigen Funktionen an.

Möchten Sie jedoch vor Freunden und Kollegen mit Ihrer Luxusuhr prahlen, eignet sich vermutlich eine Rolex besser. Sofern noch Wertsteigerung oder -erhalt ausschlaggebend sind, ist Rolex in den allermeisten Fällen ebenfalls die bessere Wahl. Eine pauschale Antwort auf die Frage Rolex oder Omega kann es allerdings nicht geben.


Über den Autor

Sebastian Swart

Chrono24 nutze ich privat bereits seit vielen Jahren zum An- und Verkauf, aber auch zur Recherche. Von Uhren bin ich fasziniert, solange ich denken kann. Bereits …

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