02/09/2017 | Überarbeitet am: 11/24/2023
 6 Minuten

Top 10 Fliegeruhren

Von René Herold
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Fliegeruhren gehören neben Taucheruhren und Sportchronographen zu den beliebtesten Toolwatches, die es gibt. Gründe für ihre Popularität gibt es einige. Da wäre zum einen das Design. Fliegeruhren zeichnen sich in der Regel dadurch aus, dass sie besonders gut ablesbar sind. Sie sind sehr gradlinig gestaltet und kommen ohne großen Schnickschnack aus. Uhren für Piloten sind traditionell auch meist etwas größer, was ihnen eine gewisse Präsenz am Handgelenk verleiht. Dabei wirken sie jedoch selten aufdringlich, sondern strahlen eher eine seriöse Funktionalität aus.

Ein weiterer Grund, warum Fliegeruhren so beliebt sind, ist der, dass das Fliegen auf die Menschen eine besondere Faszination ausübt. Viele träumen als Kind davon, einmal Pilot zu werden. Da es aber nur wenigen vergönnt ist, irgendwann wirklich im Cockpit eines Fliegers Platz zu nehmen, sind Fliegeruhren eine gute Möglichkeit, wenigstens als „Desk Pilot“ eine gute Figur zu machen.

Im Folgenden schauen wir uns zehn Fliegeruhren an, die jeder kennen sollte.

1. und 2. IWC Schaffhausen Pilot und Big Pilot

Die IWC-Uhren der Pilot-Reihe sind absolute Klassiker. Das schnörkellose, instrumentelle Design geht auf Uhren zurück, die IWC in den 1940er- und 50er-Jahren sowohl für die deutsche als auch die britische Luftwaffe herstellte. Hauptkennzeichen sind die breiten Schwertzeiger, die klare Minuterie mit arabischen Ziffern sowie das Fliegerdreieck auf der 12-Uhr-Position.

Besonders eindrucksvoll ist dabei die IWC Big Pilot’s Watch mit ihrem 46,2 mm großen Gehäuse sowie der übergroßen Zwiebelkrone. Sollte Ihnen diese Uhr etwas zu mächtig erscheinen, können Sie seit einiger Zeit auch zur Big Pilot’s Watch 43 mit 43 mm Durchmesser greifen. Weitere Alternativen sind die IWC Pilot’s Watches der Mark- bzw. Spitfire-Serien. Diese Fliegeruhren besitzen die gleiche Ästhetik wie die Big Pilot, sind mit 36 mm bis 43 mm Größe jedoch etwas moderater.

Die IWC Big Pilot zählt zu den Ikonen unter den Fliegeruhren
Die IWC Big Pilot zählt zu den Ikonen unter den Fliegeruhren

IWC bietet seine Pilotenuhren in einer Vielzahl von Varianten an. So stehen als Gehäusematerialien Edelstahl, Gold, Bronze oder Keramik bereit. Zudem gehören neben den traditionellen Drei-Zeiger-Uhren auch Zeitmesser mit Chronographenfunktion, Weltzeitanzeige, Ewigem Kalender oder Tourbillon zur Kollektion.

3. Breitling Navitimer – die Uhr mit Rechenschieber

Breitling ist mit der Fliegerei seit Jahrzehnten eng verbunden. Die im Schweizer Grenchen beheimatete Luxusuhrenmanufaktur unterhielt sogar lange Zeit eine eigene Kunstflugstaffel. Die Auswahl an Breitling Pilotenuhren ist dementsprechend groß. Einen besonderen Platz nehmen dabei die Uhren der Reihe Navitimer ein.

Die Navitimer kam 1952 auf den Markt und ist laut Breitling „die Lieblingsuhr von Piloten“. Ob das stimmt, sei einmal dahingestellt. Allerdings kann man die Uhr wirklich relativ häufig bei Flugzeugbesatzungen beobachten.

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Vermutlich die bekannteste Fliegeruhr der Welt: die Breitling Navitimer

Anders als die meisten anderen Fliegeruhren wirkt die Navitimer auf den ersten Blick etwas überladen. Dies liegt zum einen daran, dass es sich bei der Uhr um einen Chronographen handelt, zum anderen an einer ungewöhnlichen Funktion: der charakteristischen Rechenschieberlünette. Diese ist äußerst praktisch, um alle möglichen Berechnungen anzustellen – von der Sinkflugrate über Treibstoffverbrauch bis zur Geschwindigkeit über Grund.

4. Rolex GMT-Master – der Standard für Globetrotter

Die GMT-Master von Rolex ist eine waschechte Fliegeruhr, auch wenn sie optisch stark an die Rolex-Taucheruhr Submariner erinnert. Der Genfer Luxusuhren-Riese entwickelte die GMT-Master in den 1950er-Jahren speziell für die Piloten der amerikanischen Fluggesellschaft Pan Am. Damit diese bei ihren Interkontinentalflügen die Zeit des Start- und Ankunftsortes im Blick behalten konnten, stattete Rolex die Uhr mit einer GMT-Funktion aus: Neben der aktuellen Ortszeit, die über die normalen Stunden- und Minutenzeiger dargestellt wird, kann die GMT-Master dank eines zusätzlichen Zeigers und der 24-Stunden-Lünette eine weitere Zeitzone anzeigen.

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Nicht nur Elegant, sondern auch funktional: die Rolex GMT Master

Die GMT-Master ist heute eine der beliebtesten Reiseuhren und das aus gutem Grund: Es ist einer der vielseitigsten Zeitmesser aus dem Hause Rolex. Die legendäre „Pepsi“ mit der blau-roten Lünette ist unverwechselbar und an jedem Handgelenk bereits aus der Ferne zu erkennen. Mittlerweile können Sie alternativ auch zur rot-schwarzen „Coke“, der blau-schwarzen „Batman“, der braun-schwarzen „Rootbeer“ oder der grün-schwarzen „Sprite“ greifen. 2023 gesellte sich zudem eine Variante mit grau-schwarzer Lünette zur Kollektion.

Auch interessant: Rolex vs. Breitling: der ultimative Vergleich

5. Zenith Pilot Type 20 – Fliegeruhr im Retro-Look

Der Schweizer Uhrenhersteller Zenith baut bereits seit dem frühen 20. Jahrhundert Uhren für Piloten. Eine Modellreihe, die ihre Inspiration aus Uhren der 1920er- und 30er-Jahre zieht, ist die Zenith Pilot Type 20. Die Gehäuse haben meist einen Durchmesser von 45 mm oder 48 mm, einige Sondermodelle sogar unglaubliche 60 mm.

Zenith Pilot Type 20 Limited Edition
Zenith Pilot Type 20 Limited Edition

Die Basismodelle der Zenith Pilot Type 20 haben entweder drei zentrale Zeiger für Stunden, Minuten und Sekunden oder zwei zentrale Zeiger für die Stunden und Minuten sowie eine kleine Sekunde auf der 9. Die Uhren gibt es in Edelstahl oder Gold, abhängig vom jeweiligen Modell. Es gibt in dieser Reihe auch Zeitmesser mit Komplikationen wie einem Jahreskalender oder einem Tourbillon.

6. Longines Spirit – modern und sportlich

Die Schweizer Uhrenschmiede Longines begleitet die Luftfahrt ebenfalls seit den Anfangstagen. So arbeitete das Unternehmen beispielsweise mit Flugpionieren wie Philip Van Horn Weems oder Charles Lindbergh zusammen. Das Resultat waren bahnbrechende Uhren wie die Weems Second-Setting Watch oder die Lindbergh Hour Angle Watch, die bis heute erhältlich sind.

Longines Spirit Flyback Chronograph
Longines Spirit Flyback Chronograph

Longines aktuelle Fliegeruhrenkollektion trägt den Namen Spirit. Sie hat sich seit ihrer Premiere im Jahr 2020 bei Fliegeruhrenliebhabern weltweit schnell einen Namen gemacht und bietet alles, was man von einer modernen Pilotenuhr erwartet: gradliniges Design, gute Ablesbarkeit und zeitgemäße Kalibertechnik. Erhältlich sind die Uhren aus Edelstahl oder Titan. Bicolor-Varianten aus Stahl und Gold sind ebenfalls verfügbar. Bei den Größen können Sie zwischen Uhren mit 39 mm oder 42 mm Durchmesser wählen. Zusätzlich zu den klassischen Drei-Zeiger-Modellen bietet Longines die Spirit auch mit zweiter Zeitzone oder Chronographenfunktion an.

7. Bell & Ross BR 03 – Borduhr fürs Handgelenk

Bell & Ross treiben den Instrumenten-Look mit der Modellreihe BR 03 auf die Spitze. Mit ihrem großen runden Zifferblatt, dem von vier Schrauben zusammengehaltenen quadratischen Gehäuse und den großen Ziffern bei 3, 6, 9 und 12 Uhr wirkt die BR 03 wie eine Borduhr, die vom Cockpit direkt ans Handgelenk gewandert ist.

Teil des Cockpits am Handgelenk: Die Bell & Ross BR 03

Der größte Teil der Kollektion besteht aus Automatikuhren mit drei Zeigern. Es gibt jedoch auch Ausführungen mit Quarzantrieb, die sowohl über analoge wie digitale Anzeigen verfügen und Funktionen wie Chronograph, zweite Zeitzone, Wecker oder Ewiger Kalender bieten. Wenn Sie also etwas Ausgefallenes suchen, sollten Sie sich die Bell & Ross BR 03 einmal anschauen.

8. Laco Erbstücke – Fliegeruhren mit Patina

Der in Pforzheim ansässige Uhrenhersteller Laco stellte im Zweiten Weltkrieg genau wie IWC Uhren für die deutsche Luftwaffe her. Das Design der Laco Fliegeruhren ist daher fast mit dem der Uhren des Schweizer Mitbewerbers identisch – allerdings zu einem deutlich günstigeren Preis.

Laco bietet zudem etwas, das die Konkurrenz nicht in petto hat: die sogenannten Erbstücke. Dabei handelt es sich um Fliegeruhren, bei denen Zifferblatt, Gehäuse und Band künstlich gealtert wurden und so den Eindruck erwecken, als würden sie aus den 1940er-Jahren stammen.

Zu haben sind die Laco Erbstücke in Größen von 39 mm bis 45 mm sowohl mit Automatik- als auch Handaufzugskalibern.

9. Sinn Fliegeruhren von Piloten, für Piloten

Bevor Helmut Sinn 1961 seine Firma Sinn Spezialuhren gründete, war er als Pilot und Kunstfluglehrer aktiv. Es wundert daher nicht, dass der Katalog von Sinn zahlreiche Fliegeruhren enthält.

Ein Klassiker ist beispielsweise die Sinn 104, eine schlichte Drei-Zeiger-Uhr mit Datum und Wochentag sowie einer Countdown-Lünette. Charakteristisch sind zudem die spritzenförmigen Zeiger.

Fliegeruhren Made in Germany: Die Sinn 104
Fliegeruhren Made in Germany: die Sinn 104

Deutlich moderner geht es bei der Sinn 857 UTC zu. Neben ihrem Instrumenten-Design sticht die Uhr vor allem durch ihre GMT-Funktion ins Auge. Sinn hat diese durch einen kurzen zentralen Zeiger sowie eine 24-Stunden-Skala im Zifferblattzentrum realisiert.

10. Cartier Santos – die erste ihrer Art

Wenn wir schon über die schönsten Uhren für Piloten sprechen, dürfen wir die Mutter aller Fliegeruhren natürlich nicht vergessen: die Cartier Santos. Louis Cartier entwarf die Uhr 1904 für seinen Freund und Flugpionier Carlos Santos-Dumont und kreierte damit nicht nur die erste Fliegeruhr der Geschichte, sondern läutete auch gleich das Zeitalter der Armbanduhr ein.

Die Uhr zeichnet sich durch ein quadratisches Gehäuse und Zifferblatt sowie das Cartier-typische Art-déco-Design aus. Aus heutiger Sicht hat die Santos natürlich wenig mit einer modernen Fliegeruhr gemein. Das ist jedoch halb so schlimm, denn die Uhr hat sich längst als Dresswatch mit Ikonenstatus etabliert. Und auch Damen kommen in den Genuss dieses Uhrenklassikers – in Form der Cartier Panthère.

Die erste ihrer Art: Cartier Santos Dumont
Die erste ihrer Art: Cartier Santos Dumont

Mehr Infos gefällig? Hier geht’s zum Chrono24 Buyer’s Guide für die Cartier Santos!


Über den Autor

René Herold

Mein Name ist René Herold und ich bin durch eine Stellenausschreibung auf Chrono24 aufmerksam geworden. Ich muss ehrlich zugeben, dass Uhren vor meinem Engagement bei …

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