Vintage-Schätze: Jaeger-LeCoultre Memovox

Bert Buijsrogge
05.07.2018
Jaeger-LeCoultre Memovox, Foto: Bert Buijsrogge
Jaeger-LeCoultre Memovox, Foto: Bert Buijsrogge

 

So gut wie jeder Uhrenfan kennt die Memovox-Modelle von Jaeger-LeCoultre. Die Manufaktur mit dem schwer auszusprechenden Namen ist für einige der wichtigsten Ikonen der Uhrenwelt verantwortlich, darunter die legendären Memovox-Uhren, die das erste Mal vor 70 Jahren vorgestellt wurden.

 

Die Geschichte der Memovox

 

Wie einige andere Marken auch, begann Jaeger-LeCoultre in den 1950ern mit der Herstellung einer Uhr mit Alarmfunktion. Beworben wurde sie als „die Uhr, die erinnert, benachrichtigt und weckt“. Auch wenn die Memovox dies eher dezent tut, funktioniert die Mechanik doch sehr gut. Um aus dem Schlaf geweckt zu werden, legt man die Uhr am besten auf den Nachttisch, durch die Resonanz wird die eher niedrige Lautstärke ausreichend erhöht.

Die Memovox ist über die Jahre in mehreren Varianten erschienen. Es gibt verschiedene Gehäusematerialien und unterschiedlich gestaltete Zifferblätter. Die charakteristische Doppelkrone ist allerdings immer fester Bestandteil des Designs. Die Krone zum Stellen und Aufziehen der Uhr ist auf 4 Uhr platziert, die Krone für das Einstellen des Alarms auf 2 Uhr.

Interessant zu wissen: Kurz nachdem Schauspiellegende und Regisseur Charlie Chaplin 1953 in das schweizerische Kanton Waadt und damit in die Nachbarschaft von Jaeger-LeCoultre gezogen war, bekam er von den Vertretern der öffentlichen Hand eine Memovox geschenkt.

 

Die Highlights der Memovox

Aus Anlass des 125-jährigen Firmenjubiläums stellte Jaeger-LeCoultre 1958 zwei neue Memovox Uhren vor. Die erste war die Memovox Worldtime, die es ermöglicht, die verschiedenen Zeitzonen auf einen Blick zu sehen. Die zweite war die Memovox Parking, die auf einer Extraskala kleinere Zeitintervalle misst und den Besitzer somit daran erinnert, wann die Parkuhr abläuft. Ein praktisches Feature, mit dem man teure Strafzettel vermeidet.

 

 

Besonders für Uhrensammler interessant ist die Memovox Deep Sea. Von 1959 bis in die frühen 1960er-Jahre wurde sie in sehr kleinen Auflagen verkauft. Die Deep Sea war die weltweit erste Taucheruhr mit Alarmfunktion und hatte außerdem das erste automatische Memovox-Werk. Die spezielle Version für den U.S. Markt hat lediglich das kürzere „LeCoultre“ auf dem Zifferblatt, die in den anderen Märkten ausgelieferten Modelle sind mit dem vollen Namen „Jaeger-LeCoultre“ beschriftet. Bei einer Auflage von gerade mal 950 Stück ist diese Uhr extrem selten und entsprechend begehrt bei Sammlern.

Einige Jahre später stellte Jaeger-LeCoultre dann eine neue und verbesserte Taucheruhr vor: die Memovox Polaris. Sie ist mit einer dreifachen Gehäuserückseite ausgestattet, der Alarm ist damit unter Wasser deutlicher hörbar.

 

 

Die komplizierteste der Jaeger-LeCoultre-Uhren mit Alarmfunktion ist die Master Grand Réveil aus dem Jahr 1989. Hier zeigt JLC seine wahre Uhrmacherkunst. Neben dem Alarm kommt diese Uhr außerdem noch mit Ewigem Kalender und Mondphase.

Auch 70 Jahre nach dem ersten Modell ist die Memovox-Kollektion wichtiger Teil des Jaeger-LeCoultre-Katalogs. Die aktuelle Version ist erhältlich als eine limitierte Boutique-Version aus Roségold oder Edelstahl mit auffälligem blauen Zifferblatt.

 

Abschließende Worte

Die Jaeger-LeCoultre Memovox kommt mit einer nützlichen und einzigartigen Komplikation. Sehr viele Uhren mit Alarmfunktion gibt es nicht. Die traditionelle Mechanik ist das Charmante an diesen Modellen, die auf jeden Fall wesentlich schöner „erinnern, benachrichtigen und wecken“ als ein modernes Smartphone.

 

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