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Drei Sondereditionen zur Feier des 100. Bauhaus-Jubiläums

Bert Buijsrogge
06.09.2019
Drei Sondereditionen zur Feier des 100. Bauhaus-Jubiläums

 

Vor 100 Jahren wurde die legendäre Bauhaus-Schule gegründet. Walter Gropius rief sie ins Leben, um Handwerk und bildende Künste zu vereinen. Gropius und seine Mitstreiter arbeiteten stets nach dem Grundsatz: „Die Form folgt der Funktion“. Dieser Leitsatz machte das Bauhaus zu einer der einflussreichsten Bewegungen in Design, Architektur und Kunst. Während seiner kurzen Schaffensphase wechselte das Bauhaus zweimal seinen Standort: zuerst Mitte der 1920er-Jahre von Weimar nach Dessau, und von dort in den frühen 1930er-Jahren nach Berlin. Die Zeit in Berlin war relativ kurz, im Jahr 1933 wurde das Bauhaus geschlossen. Obwohl die Schule selbst nur 14 Jahre bestand, lebte das Bauhaus-Konzept auch nach der Schließung weiter und die Lehrer und Schüler verbreiteten die Grundsätze überall in der westlichen Welt.

 

Max Bill Chronoscope 100 Jahre Bauhaus

Einer der berühmtesten Schüler war der Schweizer Max Bill. Nachdem er das Bauhaus verlassen hatte, machte er seinen Weg als angesehener Architekt, Maler, Bildhauer, Grafik- und Industriedesigner. In seinem umfangreichen Portfolio finden sich viele Uhren verschiedener Art. Besonders bekannt sind die Modelle, die er Mitte der 1960er-Jahre für Junghans entwarf. Die Uhrendesigns von Max Bill blieben im Laufe der Jahrzehnte fast unverändert – ein Beweis für ihre zeitlose Ästhetik.

Aus Anlass des 100. Jahrestages der Gründung des Bauhaus, hat Junghans eine Sonderauflage der Max Bill Chronoscope vorgestellt.Die minimalistische 40-mm-Uhr ist auf 1.000 Exemplare limitiert und würdigt die Bauhaus-Schule in Dessau mit vielen Details. So erinnern die roten Zeiger und die rote Datumsanzeige an die berühmten Türen des Hauptgebäudes.

 

 

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Auf der Gehäuserückseite ist eine Gravur des Bauhaus-Gebäudes zu sehen. Die Fenster sind transparent und bieten einen Blick auf das Kaliber J880.2. Dieses Automatikwerk basiert auf dem Valjoux 7750 und hat eine Gangreserve von 48 Stunden.

Ganz im Sinne des Grundsatzes der Bauhaus-Schule ist die Vorderseite der Uhr auf das Wichtigste reduziert – Junghans verzichtet auf unnötige Details, die von der eigentlichen Funktion ablenken würden: die Zeit anzuzeigen. Das Edelstahlgehäuse hat eine Beschichtung aus mattem, anthrazitfarbenem PVD. Das helle Zifferblatt mit den feinen Stunden- und Minutenzeigern kommt damit besonders schön zur Geltung.

 

NOMOS Tangente: Bauhaus-inspiriertes Design 

Neben Junghans hat auch Nomos Glashütte eine enge Verbindung zur Bauhaus-Bewegung. Die Tangente Kollektion wird von vielen als die Bauhaus-Uhrenserie schlechthin bezeichnet. Nomos lässt dies stets unkommentiert. Fakt ist, dass die Marke zum Deutschen Werkbund gehört – eine Organisation, die damals mithalf, die Grundsteine der Bauhaus-Bewegung zu legen. Teil des Werkbundes sind viele berühmte Architekturbüros, Galerien und verschiedene Marken und Hersteller.

 

 

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Aus Anlass der 100-Jahr-Feier des Bauhauses, hat Nomos gleich eine ganze Serie an Sondermodellen der Tangente Kollektion vorgestellt. Die Uhren besitzen einen Durchmesser von 33, 35 oder 38 mm und haben eine rote, blaue oder gelbe Minutenskala auf dem Zifferblatt. Sie folgen damit der Farbtheorie der Bauhaus-Schule. Das Zifferblatt erinnert an altes Skizzenpapier. In der Standardausführung der Tangente arbeiten Manufakturkaliber mit automatischem oder manuellem Aufzug , in den Bauhaus-Versionen tickt hingegen das exklusive Nomos Manufakturkaliber Alpha. Auf dem massiven Edelstahlboden befindet sich die Gravur „Tangente Sondermodell“.

Im Gegensatz zum Farbschema, sind die Zifferblätter der Standard- und der Sonderedition identisch. So sind die Stundenmarkierungen abwechselnd als Ziffern oder Indexstriche ausgeführt. Alle Modelle haben außerdem eine kleine Sekunde auf 6 Uhr. Wie viele andere Nomos-Uhren, hält ein schwarzes Armband aus Cordovan-Leder diese Sonderedition am Handgelenk.Das Material ist sehr robust und dabei angenehm zu tragen.

 

Junkers: 100 Jahre Bauhaus

Dass Sondermodelle nicht immer teuer sein müssen, beweist die Junkers 100 Jahre Bauhaus. Sie hat einen Durchmesser von 38 mm und kostet nur einen Bruchteil der zuvor genannten Uhren. Die Verbindung zum Bauhaus ist hier aber ebenso stark. Das Design ist sehr schlicht gehalten, auch hier steht die eigentliche Funktion einer Uhr im Vordergrund: die Zeit anzuzeigen. Alle Elemente sind im Design auf das Wesentliche beschränkt – von den Stunden- und Minutenindexen, über das Gehäuse bis hin zu den Bandanstößen.

Im Gegensatz zu den anderen beiden Uhren, ist das Junkers-Modell in verschiedenen Designs erhältlich. Das schlichteste Modell ist aus Edelstahl und hat ein silbernes Zifferblatt. Die anderen Ausführungen haben ein beiges oder blaues Zifferblatt. Wenn Sie luxuriöse Uhren bevorzugen, dann ist die Version mit Goldbeschichtung die passende Wahl für Sie.

Der relativ günstige Preis wird durch das verbaute Werk möglich. In dieser Junkers-Uhr arbeitet ein Miyota-Quarzkaliber, das eine maximale Abweichung von 15 Sekunden pro Monat bietet. Damit ist es wesentlich präziser als ein durchschnittliches mechanisches Werk – die Romatik eines mechanischen Handaufzugswerkes geht damit allerdings verloren. Aus meiner Sicht ist das etwas schade: Wenn man schon eine Vintage-inspirierte Uhr entwickelt, sollte diese auch ein manuelles Kaliber haben. Aber das ist nur meine Meinung.

 

Abschließende Gedanken

Zusammenfassend kann man sagen, dass alle drei Uhren denselben Design-Grundsätzen folgen: Im Vordergrund stehen die Funktion und (relativ) einfache Materialien, die ihren Zweck verlässlich erfüllen. Jedes der Modelle hat seine Wurzeln in der revolutionäre Bewegung, die vor 100 Jahren ihren Anfang nahm. Die Tatsache, das dieses Design-Konzept noch immer so relevant ist, sagt alles über den Einfluss aus, den das legendäre Bauhaus bis heute auf unser Leben ausübt.

 

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Bert Buijsrogge
Von Bert Buijsrogge
06.09.2019
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