02/02/2021
 4 Minuten

3 Perfekte Alltagsuhren

Von Tom Mulraney
3 Perfekte Alltagsuhren

3 Perfekte Alltagsuhren

Sind Sie ein richtiger Luxusuhren-Sammler? Sehr wahrscheinlich müssen Sie diese Frage mit „Nein“ beantworten. Und das bestimmt nicht, weil Sie nicht gerne einer wären oder sich nicht für High-End-Uhren interessieren, sondern, weil das Sammeln solcher Uhren einfach ein wirklich, wirklich teures Hobby ist. Die meisten von uns Normalsterblichen müssen sich stattdessen auf eine oder zwei schöne Uhren beschränken. Diese Uhr tragen wir dann jeden Tag und zu jedem Anlass und ohne Rücksicht auf den Dresscode. Natürlich sind die Geschmäcker verschieden und wir sind uns nicht einig, wie die ideale „Alltagsuhr“ aussieht. Die gute Nachricht ist: Das müssen wir auch nicht! Der Markt bietet so viele großartigen Modelle, da haben Uhrenliebhaber buchstäblich die Qual der Wahl.

Für die Zwecke dieses Artikels sollten wir jedoch einige allgemeine Auswahlkriterien festlegen. Zuallererst suchen wir nach einem Design, das sowohl vielseitig als auch zeitlos ist: Eine Uhr, die zu allem passt und dem Wandel der Zeit trotzen kann oder vielleicht schon getrotzt hat. Zweitens brauchen wir ein robustes und zuverlässiges Uhrwerk. Es muss nicht unbedingt ein Manufakturkaliber sein, obwohl diese dank technologischem Fortschritt und verstärkten Investitionen der Hersteller inzwischen häufiger und auch in verschiedenen Preisklassen anzutreffen sind. Und nicht zuletzt sollte unsere Wunschuhr zu einem vernünftigen Preis zu haben sein. Was man als „vernünftig“ empfindet, ist natürlich subjektiv verschieden und hängt davon ab, was man sich leisten kann und was man guten Gewissens auszugeben bereit ist. Eines darf man dabei jedoch nicht vergessen: Wenn Sie davon ausgehen, tagein tagaus immer dieselbe Uhr zu tragen, sollten Sie bei dieser Einen möglichst wenig Abstriche machen.

Natürlich gibt es viele weitere Faktoren zu bedenken, wie z. B. den Wiedererkennungswert der Marke, die technischen Daten (z. B. Wasserdichtheit), das Gehäusematerial und so weiter. Wir liefern hier keine vollständige Checkliste, sondern vielmehr einen vernünftigen Ausgangspunkt. In diesem Sinne präsentieren wir hier drei klassische Optionen, bei denen man nichts falsch machen kann.

Omega Speedmaster

Die Omega Speedmaster bedarf keiner Erklärung. Sie wurde bereits 1957 als Teil der Omega „Professional“-Kollektion vorgestellt und ist mit Abstand eines der erfolgreichsten Modelle der Schweizer Marke. Knapp ein Jahrzehnt später – 1965 – entschied sich die NASA, ihre bemannten Weltraum-Missionen mit Speedmaster-Uhren auszurüsten. Bei allen sechs Mondlandungen trugen die NASA-Astronauten neben ihren Raumanzügen auch Speedmaster-Uhren. Daher ist die Uhr heute auch vielfach unter dem Namen „Moonwatch“ bekannt. Die Pluspunkte der Speedmaster erschöpfen sich aber nicht nur in ihrer technischen Performance. Sie sieht auch klasse aus. Das Gehäuse hat einen modernen Durchmesser von 42,5 mm und kann ebenso gut an einem Metallarmband wie auch an einem Leder- oder NATO-Armband getragen werden. Das Spektrum an verschiedenen Varianten ist groß, aber wir empfehlen die klassische Schwarz-auf-Schwarz-Version, die für diese Uhr seit Jahrzehnten stilprägend ist. In dieser Ausführung eignet sich die Uhr sowohl für elegante als auch für legere Outfits und das perfekt ausbalancierte Zifferblatt kommt gut zur Geltung. Das ist kein leichtes Unterfangen bei Chronographen, die oft zu „busy“ wirken, um wirklich alltagstauglich zu sein. Wer Wert auf historische Korrektheit legt, sollte sich für ein Uhrwerk mit Handaufzug entscheiden. Dieses ist normalerweise durch einen Saphirglasboden sichtbar.

Rolex Explorer

Wenn Sie eine übersichtliche, gut ablesbare Uhr ohne Chichi suchen, die ihren Zweck voll und ganz erfüllt, gibt es nichts besseres als die Rolex Explorer. Auch wenn Sie vielleicht etwas anderes gehört haben, war die Explorer nicht die Uhr, die 1953 bei der ersten erfolgreichen Besteigung des Mount Everest getragen wurde. Tatsächlich war diese berühmte Bergexpedition mit modifizierten Rolex Oyster Perpetual-Modellen ausgestattet. Tenzing Norgay soll ein solches getragen haben, als er zusammen mit Sir Edmund Hillary erfolgreich den Gipfel erreichte. Die Explorer wurde später im selben Jahr eingeführt, um diesen unglaublichen Triumph und die unerschütterliche Verbundenheit von Rolex mit dem Pioniergeist dieser großen Männer zu feiern. Heute, fast 70 Jahre später, ist das Design immer noch weitgehend unverändert. Ok, das Gehäuse ist mit 39 mm etwas größer geworden – für die einen ein Sakrileg, für die anderen eine willkommene Modernisierung – aber das klassische 3-6-9-Zifferblatt bietet immer noch einen beispiellosen Ablesekomfort. Dieses Zifferblatt-Design ist so berühmt geworden, dass alle Blätter dieses Typs als „Explorer“-Zifferblätter bezeichnet werden, selbst wenn sie zu anderen Rolex-Modellen gehören. Ihre geringere Größe, ihr klassisches und doch sportlich-schickes Äußeres und ihre robuste Konstruktion machen die Rolex Explorer zur idealen Alltagsuhr.

Cartier Santos

Die Santos ist mit ihrem vor einigen Jahren etwas aufgefrischten Design nach wie vor eine der meistverkauften Herrenuhren von Cartier – und das aus gutem Grund. Wie die beiden oben beschriebenen Modelle birgt auch die Santos eine Menge Geschichte in sich. Cartier ist zwar eher als Schmuckhersteller bekannt, hat sich im Laufe der Jahre aber auch einen bedeutenden Namen in der Uhrenbranche gemacht. Eine der ersten Erfolgsstories dieser Marke war die Santos. Nachdem sich sein Freund, der berühmte Flieger Alberto Santos-Dumont, darüber beschwert hatte, wie unpraktisch eine Taschenuhr für seine Flugexperimente sei, entwarf Louis Cartier eine flache Uhr mit einer markanten quadratischen Lünette. Er befestigte das Gehäuse an einem Lederarmband, damit die Uhr am Handgelenk getragen werden konnte. So entstand 1904 die erste Fliegeruhr. Heute trägt die Santos immer noch als die einzige Uhr der Cartier-Kollektion den Namen des ursprünglichen Trägers. Mit ihrem speziell geformten Tonneau-Gehäuse und der polierten quadratischen Lünette mit acht Schrauben ist sie auf Anhieb erkennbar und zur Designlegende geworden. Die Uhrzeit und – sofern vorhanden – auch das Datum werden auf einem Zifferblatt mit römischen Ziffern angezeigt, meist mit gebläuten Zeigern. Die Santos ist in einer breiten Palette verschiedener Größen und Metallen erhältlich. Ein unkonventioneller Klassiker, der immer und überall passt.   

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Über den Autor

Tom Mulraney

Ich wuchs in den 1980er- und 90er-Jahren in Australien auf. In der Stadt, in der ich lebte, gab es keine nennenswerte Uhren-Szene. Lediglich ein Händler hatte …

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